Paniktüren sicher ver- und entriegeln – mit weniger Elektrik


Bei zweiflügeligen Vollpaniktüren müssen mehrere Komponenten präzise zusammenspielen: Schloss, Gegenkasten, Verriegelungsstangen und Beschlag dürfen weder die sichere Verriegelung noch die Fluchtfunktion beeinträchtigen. Genau hier setzt ASSA ABLOY mit der neuen Produktfamilie N146x an.

Die Panikgegenkästen kombinieren eine selbsttätige Standflügelverriegelung mit den selbstverriegelnden Sicherheitsschlössern und Mehrfachverriegelungen der Serie N8xxx. Die Lösungen sind nach EN 179 und EN 1125 zertifiziert und damit für unterschiedliche Anforderungen an Flucht- und Paniktüren ausgelegt.

Drei Varianten für unterschiedliche Sicherheitsanforderungen

Das Programm umfasst den mechanischen N1460, den N1460 M mit Überwachungsfunktion und den motorisch entriegelbaren N1465 mit Überwachung. Sämtliche Varianten sind mit Flach-, Lappen- oder Winkelstulp erhältlich.

Damit können Planer und Verarbeiter die Türtechnik an unterschiedliche Gebäudekonzepte, Nutzungsarten und Überwachungsanforderungen anpassen – vom rein mechanischen System bis zur elektrisch kontrollierten Freigabe.

Motorische Freigabe ohne Elektrifizierung des Gehflügels

Eine Besonderheit des N1465 liegt in der Aufteilung der Elektrifizierung. Je nach Betriebsanforderung lässt sich nur der Gehflügel oder die komplette Türbreite mit Geh- und Standflügel freigeben.

Elektrisch versorgt werden muss dafür ausschließlich der Standflügel. Im Gehflügel kann ein mechanisches Sicherheitsschloss der N8xxx-Serie eingesetzt werden. Dadurch reduzieren sich Verkabelung, elektrische Komponenten und Montageaufwand.

Gerade bei umfangreichen Türanlagen kann diese Architektur die Planung vereinfachen und gleichzeitig flexible Nutzungsszenarien ermöglichen. Im normalen Gebäudebetrieb bleibt beispielsweise nur der Gehflügel nutzbar, während bei erhöhtem Personenaufkommen die volle Durchgangsbreite freigegeben werden kann.

Standflügel verriegelt automatisch

Nach dem Schließen sichert sich der Standflügel selbstständig. Verriegelungsstangen fahren nach oben und unten aus und fixieren den Flügel. Eine ablaufgesteuerte Mechanik koordiniert die einzelnen Schritte und soll verhindern, dass Komponenten in einer falschen Reihenfolge arbeiten oder beschädigt werden.

Für Flucht- und Rettungswege ist diese kontrollierte Mechanik besonders relevant: Die Tür muss einerseits im Normalbetrieb zuverlässig geschlossen und verriegelt sein, andererseits im vorgesehenen Fluchtfall schnell und sicher öffnen können.

Gesamtsystem statt Komponentenmix

Die N146x-Familie ist in das Solution-Locks-System mit Kippfallentechnologie integriert. Kombinierbar sind die Gegenkästen mit Einsteckschlössern der N8xxx-Serie mit oder ohne Obenverriegelung sowie mit Mehrfachverriegelungen mit Standard- oder Hakenriegel. Ergänzend stehen Standflügelgarnituren nach EN 179 sowie Panik-Griff- und Panik-Druckstangen nach EN 1125 zur Verfügung.

„Gerade bei zweiflügeligen Vollpaniktüren kommt es darauf an, dass Schloss, Gegenkasten, Verriegelungsstangen und Beschlag als Einheit funktionieren“, erklärt Sven Mañas aus dem Produktmanagement Schlosstechnik bei ASSA ABLOY.

Zum Zubehör gehören unter anderem das Schaltschloss N560F, das Schließblech N6T7x, die Verriegelungsstangen N56VR und N56VS, Stangenführung, Bodenmulde sowie eine Anschlussleitung für elektrische Ausführungen.

Mit der N146x-Serie verfolgt ASSA ABLOY damit einen systemischen Ansatz: weniger elektrische Infrastruktur, abgestimmte Komponenten und eine flexible Freigabe sollen die Planung zweiflügeliger Flucht- und Paniktüren vereinfachen, ohne Abstriche bei Verriegelungs- und Fluchtfunktion.



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