Sicherheitswirtschaft boomt – Marktvolumen verdoppelt


Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine anhaltend starke Entwicklung der Sicherheitsbranche in Deutschland. Sowohl Umsatz als auch Beschäftigtenzahlen erreichen neue Höchststände. Gleichzeitig zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt eine vorsichtige Entspannung ab: Trotz steigender Nachfrage nach Sicherheitsleistungen geht die Zahl der offenen Stellen erstmals leicht zurück.

Umsatz der Branche wächst kontinuierlich

Die Sicherheitswirtschaft – statistisch unter der Wirtschaftsklasse 80 geführt – hat in den vergangenen zehn Jahren eine bemerkenswerte Expansion erlebt. Lag der Branchenumsatz im Jahr 2015 noch bei 6,96 Milliarden Euro, stieg er bis 2024 auf 14,02 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 prognostiziert der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) ein weiteres Wachstum auf rund 14,75 Milliarden Euro.

Damit hat sich das Marktvolumen innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung privater Sicherheitsdienstleistungen für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und kritische Infrastrukturen.

Rekord bei Beschäftigtenzahlen

Parallel zum Umsatzwachstum steigt auch die Zahl der Beschäftigten auf einen historischen Höchststand. Zum 30. Juni 2025 arbeiteten insgesamt 290.871 Personen in der Sicherheitswirtschaft. Den größten Anteil stellen dabei klassische private Wach- und Sicherheitsdienste mit 276.987 Beschäftigten.

Die steigenden Mitarbeiterzahlen spiegeln die wachsende Nachfrage nach Sicherheitsleistungen wider – etwa im Objektschutz, bei Veranstaltungen oder im Bereich kritischer Infrastruktur.

Arbeitsmarkt zeigt erste Entspannung

Obwohl der Markt stark expandiert, zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt eine neue Dynamik ab. Im Februar 2026 waren bundesweit 5.478 Stellen in der Sicherheitswirtschaft unbesetzt. Damit liegt die Zahl der offenen Positionen leicht unter dem Niveau der vergangenen Jahre.

Cornelia Okpara, Hauptgeschäftsführerin des BDSW, bewertet diese Entwicklung positiv: „Trotz des Wachstums geht die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zu den Vorjahren leicht zurück – ein Indiz für erfolgreiche Mitarbeiterbindung und technologischen Fortschritt.“ Sie ergänzt: „Dass die Zahl der offenen Stellen trotz steigender Auftragszahlen leicht sinkt, ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass unsere Investitionen in die Arbeitgeberattraktivität greifen und wir Vakanzen schneller besetzen können.“

Technologie verändert die Branche

Ein wesentlicher Faktor für die Entspannung am Arbeitsmarkt ist der zunehmende Einsatz moderner Sicherheitstechnik. Unternehmen setzen verstärkt auf die Kombination aus qualifiziertem Personal und automatisierten Systemen. „Zudem kompensiert die Branche den Personalbedarf zunehmend durch die intelligente Verknüpfung von Mensch und Technik, insbesondere im Bereich der Überwachungs- und Alarmsysteme“, erklärt Okpara.

Videoüberwachung, intelligente Sensorsysteme und vernetzte Alarmtechnik übernehmen immer häufiger Aufgaben, die früher ausschließlich von Personal erledigt wurden.

Strukturwandel innerhalb der Sicherheitswirtschaft

Die Branchenstruktur verändert sich ebenfalls deutlich. Während klassische Detekteien seit 2014 stark zurückgegangen sind – von 1.211 auf heute 666 Unternehmen – wächst der Bereich der privaten Wach- und Sicherheitsdienste kontinuierlich.

Aktuell sind in diesem Segment 4.517 Unternehmen aktiv. Der Personalbedarf bleibt jedoch regional unterschiedlich verteilt. Besonders viele offene Stellen melden:

  • Nordrhein-Westfalen mit 1.137 offenen Stellen
  • Bayern mit 952 offenen Stellen
  • Niedersachsen mit 489 offenen Stellen
  • Berlin mit 474 offenen Stellen

Professionalisierung bleibt zentrale Aufgabe

Der BDSW sieht in den aktuellen Zahlen eine Bestätigung des eingeschlagenen Professionalisierungskurses. Gleichzeitig warnt der Verband davor, die leichte Entspannung am Arbeitsmarkt überzubewerten.

Denn trotz wachsender Automatisierung bleibt der Bedarf an qualifizierten Sicherheitsfachkräften hoch. Langfristig wird die Branche ihre Wachstumsdynamik nur halten können, wenn sie technologische Innovation mit gut ausgebildetem Personal kombiniert.

Die zugrunde gelegten Statistiken gibt es hier.



tanganjp


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